Technische Herausforderungen gemeistert: 3,48 MWp PV-Anlage für die Mercedes-Benz AG in Bad Cannstatt ist fertiggestellt

Nach einer intensiven Planungs- und Bauphase konnte Sunrock die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Motorenwerk der Mercedes-Benz AG in Bad Cannstatt erfolgreich abschließen. Mit einer Gesamtleistung von 3,485 MWp wurden über 7.700 Solarmodule auf 19 gewölbten Tonnendächern installiert – während dazwischen fünf Meter tiefer begrünte Flachdächer liegen.

Projektmanager Philipp Schwintzer bei Sunrock Germany leitete das Projekt und erläutert die technischen Herausforderungen:

Herausfordernde Dachstatik

Die statische Umsetzung war eine der größten Herausforderungen des Projekts. Während der Bauphase durfte das Material nur auf den im 6-Meter-Raster eingebauten Querträgern der Flachdächer zwischengelagert werden. Jede einzelne Modulpalette musste noch am Kran hängend entpackt und anschließend hälftig auf die beiden Dachseiten verteilt werden, sodass die zulässige Traglast nicht überschritten wurde. Außerdem waren auf den Tonnendächern 29.476 Klemmstellen erforderlich, um die Last der Module, der Konstruktion sowie potenziell Wind und Schnee gleichmäßig zu verteilen und die Stabilität der Dächer zu gewährleisten.

Komplexe Logistik und Organisation

Ein weiteres anspruchsvolles Element dieses Projekts war die Logistik. Insgesamt wurden 14 Krantage an 9 Positionen benötigt, die aufgrund der Produktionszeiten bei Mercedes-Benz nur an Samstagen durchgeführt werden konnten. Das bedeutete, dass der gesamte Material- und Personalaufwand auf nur wenige Stunden an einem Tag konzentriert werden musste.

Dabei war es wichtig, die genaue Koordination aller Beteiligten zu gewährleisten: Kranfahrer, Monteure und Materiallieferungen mussten perfekt aufeinander abgestimmt sein, um Verzögerungen zu vermeiden. Philipp erklärt:

„Es war eine organisatorische Herausforderung, diese Prozesse effizient zu gestalten, sodass alles reibungslos abläuft. Auch die Wege zwischen den Dächern waren lang, und die Strecke, die das Team zu Fuß zurücklegte, fühlte sich wie eine kleine Wanderung an.“

Technische Details der Umsetzung

Die Modulbelegung wurde individuell an die Dachgeometrie angepasst. Auf den Tonnendächern wurden insgesamt vier Reihen in Südost-Ausrichtung und zwei Reihen in Nordwest-Ausrichtung montiert. Diese Anordnung sorgt dafür, dass die
Energieeffizienz der PV-Anlage maximiert wird. Es wurden vier Wechselrichterstationen mit je fünf Wechselrichtern installiert. Die Komplexität bestand darin, dass die Kabeltrassen mit bis zu vierfachem Höhenversatz über Gründacher und Tonnendächer geführt werden mussten, was eine sorgfältige Planung und hohen Arbeitsaufwand erforderte.

DC- und AC-Seite erklärt

Mit der DC-Seite ist die Installation und Verkabelung aller Photovoltaikmodule abgeschlossen. Diese erzeugen Gleichstrom (DC), der zu den Wechselrichterstationen geleitet wird. In der nächsten Phase folgte die AC-seitige Anbindung: Hier wurden die Wechselrichter angeschlossen, die den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom (AC) umwandeln. Damit kann der Strom in das interne Werksnetz der Mercedes-Benz AG eingespeist und direkt vor Ort für den Eigenverbrauch genutzt werden, während Überschüsse ins Verteilnetz fließen würden.

Zusammenarbeit und Koordination

Die Umsetzung des Projekts erforderte eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Sunrock übernahm die Koordination der ausführenden Partner und die Abstimmung mit dem Kunden und sorgte dafür, dass sämtliche Arbeiten ohne Unterbrechung des laufenden Werksbetriebs der Mercedes-Benz AG durchgeführt werden konnten.

Ein besonderer Dank gilt unserem Konstruktionspartner ETURN, der unter diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit leistete. Die enge und lösungsorientierte Zusammenarbeit aller Projektpartner war entscheidend, um die hohen technischen und organisatorischen Anforderungen erfolgreich umzusetzen.

Projektmanager Philipp fasst zusammen:

„Die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände der Mercedes-Benz AG in Bad Cannstatt war das technisch anspruchsvollste Projekt, das ich bisher begleiten durfte. Besonders die statischen Vorgaben, die komplexe Logistik und die Arbeiten während des laufenden Werksbetriebs erforderten eine präzise Planung und enge Abstimmung aller Beteiligten. Mit der Installation der Anlage leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung am Standort.“ ]

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